Beispiele guter Praxis – Arbeitsaufgaben und Tätigkeiten

Arbeitsaufgaben und Tätigkeiten: Belastungen, die aus der Tätigkeit selbst kommen (z.B. hohe Aufmerksamkeit und Konzentration, Einfühlungsbereitschaft und Mitgefühl, Umgang mit Gefahren(-stoffen) u.v.m.) scheinen zunächst unabänderlich. Niemand will von einer Pflegekraft ohne Mitgefühl versorgt werden, weshalb sich Supervision im Gesundheits- und Sozialbereich als Präventions-maßnahme bereits etabliert hat. Wir zeigen Ihnen ein Beispiel eines Unternehmens aus der Baubranche, das seine bestehenden Notfallpläne um psychosoziale Aspekte erweitert hat.

Das Bauwesen zählt bei den Arbeitsunfällen zu den am meisten belasteten Branchen, Arbeitssicherheit ist deshalb seit vielen Jahren ein wichtiges Thema – jeweils unter dem Motto: „Damit nichts passiert!“. Nach einem Arbeitsunfall bei dem ein Mitarbeiter sehr schwer verletzt wurde und über mehrere Wochen auf der Intensivstation gelegen ist, sich dieser Schock auch auf das Arbeitsverhalten der Kollegen (erhöhte Ängstlichkeit, Anstieg der Krankenstände,…) auswirkte wurde Kontakt mit unserem Unternehmen aufgenommen.

Nachdem sich die psychosoziale Intervention der ArbeitspsychologInnen im Akutfall sehr bewährte, begann das Unternehmen darüber nach-zudenken, die psychosoziale Dimension nachhaltig in ihr Notfallmanagement aufzunehmen. Die bestehenden Notfallpläne wurden gemeinsam analysiert und um die jeweils sinnvollen psychosozialen Dimensionen erweitert. Es entstand ein Handbuch in dem vom Arbeitsunfall bis zum Mobbing und dem Überbringen von Todesnachrichten klare Richtlinien, Handlungsanleitungen und Telefonnummern erarbeitet worden sind. Darüber hinaus wurden Krisenhelfer und die Geschäftsführung in Gesprächsführung geschult.

Bei Simulationen sind jetzt auch die ArbeitspsychologInnen mit dabei. Das Fazit des Unternehmens: „Wir wünschen uns natürlich immer noch, dass nichts passiert, aber wenn wieder etwas passiert, wissen wir, was notwendig ist, um den betroffenen KollegInnen unmittelbare Unterstützung zukommen zu lassen. Diese Handlungssicherheit tut uns gut.“

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