Evaluierung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz gem. § 4 ASchG

Warum Evaluierung psychischer Belastungen?
Alle Beschäftigten erleben durch ihre Arbeit immer gleichzeitig physische und psychische Anforderungen. Es arbeitet nicht ein Körper, der Bewegungen ausführt, sondern ein Mensch, der Situationen wahrnimmt, bewertet und darauf reagiert.

Psychische Belastungen im Rahmen der beruflichen Tätigkeit gehören in allen Unternehmen zum Alltag – von der hohen Konzentration, die die Überwachung von Produktionsprozessen verlangt, bis zum intensiven persönlichen und emotionalen Einsatz von MitarbeiterInnen in Beratung oder Pflege. Ohne psychische Prozesse wäre keine Arbeit durchführbar. Im positiven Fall entwickelt sich  Aktivierung und konstruktives Leistungsverhalten, die Motivation steigt und es entsteht ein positives Arbeitsergebnis.

Psychische Fehlbeanspruchungen entstehen dann, wenn arbeitsbedingte psychische Belastungen in ihrer Ausprägung mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen bei den Beschäftigten führen (Ermüdung, Monotonieerleben und Sättigung bis zu langfristigen Effekten wie Krankheitssymptome und ernste Erkrankungen). Der Gesetzgeber möchte dem mit der Novelle zum ArbeitnehmerInnenschutzgesetz entgegenwirken.

Welche psychischen Belastungen werden erhoben?
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Vorteile und Nutzen der Evaluierung:

  • Erfüllung gesetzlicher Vorgaben
  • Erhalt der Arbeits- und Leistungsfähigkeit
  • Erhöhung der Arbeitszufriedenheit und Motivation
  • Optimierung der Organisation der Arbeit
  • Verbesserung des Arbeitsklimas
  • Optimierung der Effektivität und Produktivität
  • Stärkere Bindung der MitarbeiterInnen an das Unternehmen

Erfolgsfaktoren bei der Arbeitsplatzevaluierung psychischer Belastungen

  • Management steht hinter dem Vorhaben
  • Passende Projektleitung und Projektstruktur
  • Arbeitsplätze aus allen Unternehmensbereichen einbeziehen
  • kontinuierliche Beteiligung und Information der Belegschaft über den gesamten Prozess
  • neben Belastungen auch Entlastungen/Ressourcen im Fokus haben

Welche Verfahren sind geeignet?
Prinzipiell müssen qualitätsgesicherte, standardisierte Messverfahren zur Ermittlung und Beurteilung von psychischen Arbeitsbelastungen testtheoretischen Anforderungen an Verfahren, wie sie auch in ÖNORM EN ISO 10075-3:2004 beschrieben werden, erfüllen.

Wir arbeiten – abhängig von der jeweiligen Situation des Unternehmens – mit allen qualitätsgesicherten, standardisierten Verfahren. Je nach Betriebsgröße, Branche, Organisationsstruktur und betrieblichen Voraussetzungen, empfehlen wir individuell ausgewählte Verfahren:

  • Screening Verfahren (z.B. Impuls-Test 2IProfessional,  BASA II, COPSOQ, KFZA, SIGMA, etc.)
  • Gruppenverfahren/Analyse- und Maßnahmenworkshops (Arbeits-Bewertungs-Skala -ABS-Gruppe, etc.)
  • Einzelinterviews (SGA)